Seit Frühling 2015 haben wir, mit Bruteier von beiden Rassen und viel Geduld, unseren Bestand von insgesamt 30 Hühner aufgebaut. Mit je einem passenden Hahn haben wir nun zwei sehr schöne Zuchtgruppen, welche nun auch regelmässig Eier legen. Da die Hühner sich bis zu 1/3 der Futtermenge von Gras und Körner auf dem Felde ernähren, zeichne sich die Eier durch das besondere Aroma und die tiefgelbe Farbe aus.

Appenzeller Barthuhn 

Das Appenzeller Barthuhn ist ein eher leichtes, temperamentvolles Huhn mit stolzer Haltung. Sowohl die Hähne wie die Hennen tragen kräftige Vollbärte, die von Federn geformt und schon an den Eintagesküken erkennbar sind. Barthühner liefern im ersten Jahr etwa 150 weissschalige Eier von je ca. 55 Gramm und können über mehrere Jahre legen. Die dunkelfüssigen Hühner gehen das ganze Jahr hindurch gerne selbständig auf Futtersuche. Durch den kleinen Rosenkamm und die vom Bart bedeckten Ohrlappen bietet sich der Kälte wenig Angriffsfläche, ein Vorteil in der rauen Winterwitterung. 

Die Hähne wiegen zwischen 2.0 und 2.3 kg, die Hennen zwischen 1.6 und 1.8 kg.

Das Barthuhn wurde ab Mitte der 1860er Jahre im Appenzeller Vorderland aus verschiedenen Landhuhnrassen herausgezüchtet. Im Sommer 1985 wurde ProSpecieRara auf das Verschwinden des rebhuhnfarbigen Farbschlages aufmerksam. Sie übernahm die letzten Tiere und die Koordination der Zucht.

Siehe auch https://www.prospecierara.ch/de/tiere/appenzeller-barthuhn

 

Appenzeller Spitzhaubenhuhn

Das Markenzeichen der Appenzeller Spitzhaubenhühner ist ihr auffälliger Kopfschmuck: die schmale, nach vorne geneigte Federhaube, welche an die Trachtenhaube der Appenzeller Sonntagstracht erinnert. Die munteren und vitalen Spitzhauben sind ideal an die Bedingungen der Berge angepasst. Sie klettern vorzüglich auf felsigem Grund und können ausserordentlich gut fliegen, was die Gehegebauer immer wieder vor Herausforderungen stellt. Das Appenzeller Spitzhaubenhuhn ist äusserst robust und übernachtet gerne auch mal auf Bäumen, sogar im Winter. Da es nur kleine Kehllappen und statt eines Stehkammes nur zwei kleine Hörnchen besitzt, kann ihm auch der strengste Frost kaum etwas anhaben. Spitzhaubenhühner sind relativ gute Leger: Im ersten Jahr legen sie ca. 150 weissschalige, 55 Gramm schwere Eier.  

Das Spitzhaubenhuhn soll bereits im 15. Jahrhundert in Klöstern des Alpenraums gezüchtet worden sein. Im 20. Jahrhundert blieben die Spitzhaubenhühner nur noch im Appenzell erhalten, wesshalb sie fortan "Appenzeller Spitzhauben" genannt wurden. Die Appenzeller nennen ihre Spitzhauben aber auch "Gässerschnäpfli" oder "Tschüpperli". Anfang der 50er Jahre wäre die Rasse beinahe ausgestorben, hätte es nicht das Engagement etlicher Züchter gegeben. Eines der ersten ProSpecieRara-Projekte nahm sich 1983 der Zucht der bedrohten Spitzhaubenhühner an.

Siehe auch https://www.prospecierara.ch/de/tiere/appenzeller-spitzhaubenhuhn